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Fortinet-Sicherheitsupdates: Warum Ihre Firewall jetzt nicht auf Details warten sollte

Fortinet hat am 21. und 22. Oktober 2026 außerplanmäßige Sicherheitsupdates für mehrere Produkte veröffentlicht, darunter das Betriebssystem der FortiGate-Firewalls. Einige der Lücken werden bereits aktiv ausgenutzt, für andere sind die Details noch nicht öffentlich. Die von Netzware betreuten Fortinet-Geräte werden bereits aktualisiert. Dieser Beitrag erklärt, was das für Ihr Unternehmen bedeutet und was jetzt zu tun ist.

Worum es geht

Fortinet ist ein großer Hersteller von Sicherheitstechnik. Die bekannteste Produktlinie sind die FortiGate-Firewalls, die auch in vielen österreichischen KMU den Übergang zwischen Firmennetz und Internet absichern. Dazu kommen Produkte für die zentrale Verwaltung (FortiManager), die Auswertung von Protokollen (FortiAnalyzer), den E-Mail-Schutz (FortiMail), die Anmeldung von Benutzern (FortiAuthenticator) und die Verwaltung von Endgeräten (FortiClient EMS).

Am 21. und 22. Oktober 2026 hat Fortinet außerhalb des üblichen Rhythmus Sicherheitsupdates für mehrere dieser Produkte veröffentlicht. Die geschlossenen Schwachstellen sind als kritisch bis hoch eingestuft. Ein Teil davon wurde laut Fortinet bei KI-gestützten Sicherheitstests gefunden.

Für Unternehmen ist die Lage aus zwei Gründen ernst: Die Firewall ist die Eingangstür Ihres Netzwerks und fast immer direkt aus dem Internet erreichbar. Und bei einigen der betroffenen Produkte werden Lücken bereits aktiv für Angriffe genutzt.

Warum es für FortiGate noch keine Details gibt

Für das Firewall-Betriebssystem FortiOS sowie für FortiManager und FortiAnalyzer hat Fortinet bisher keine technischen Details veröffentlicht – keine CVE-Nummern (die weltweit einheitlichen Kennungen für Schwachstellen) und keine Bewertung des Schweregrads im Punktesystem CVSS. Die vollständigen Sicherheitshinweise sind für den 10. November 2026 angekündigt.

Hersteller gehen bei schweren Lücken oft so vor: Erst werden die Updates ausgeliefert, damit Kunden patchen können, bevor Angreifer aus den Details eine Anleitung ableiten. Für Sie heißt das: Nicht auf die Details warten. Sobald die Beschreibung öffentlich ist, wird es für Angreifer einfacher, nicht ungepatchte Firewalls gezielt zu suchen.

Welche Produkte und Versionen betroffen sind

Für die Firewall und ihre Verwaltung gelten diese Mindestversionen:

  • FortiOS (FortiGate): 8.0.2 · 7.6.8 · 7.4.13 · 7.2.14 – jeweils für den Versionszweig, den Sie einsetzen
  • FortiManager: 8.0.2 · 7.6.8 · 7.4.12 · 7.2.13
  • FortiAnalyzer: 8.0.2 · 7.6.8 · 7.4.12 · 7.2.13

Für weitere Produkte:

  • FortiMail: 8.0.2 · 7.6.7 · 7.4.9; Systeme auf Version 7.2 sollten auf 7.4 oder neuer umgestellt werden
  • FortiAuthenticator: 8.0.4 · 6.6.11
  • FortiSIEM: Version 7.5.0 ist betroffen, behoben ab 7.5.1
  • FortiClient EMS: behoben ab 7.4.7; für 7.4.5 und 7.4.6 gibt es Übergangskorrekturen (Hotfixes)

Ältere Versionen innerhalb eines Zweigs sind betroffen, also zum Beispiel FortiOS 7.4.0 bis 7.4.12.

Welche Lücken bereits ausgenutzt werden

Bei drei Produkten sind die Schwachstellen bereits konkret beschrieben:

  • FortiMail (CVE-2026-104286): Über manipulierte Pfadangaben kann ein Angreifer auf Bereiche zugreifen, die geschützt sein sollten. Die Lücke hat 9,8 von 10 Punkten und wird bereits aktiv ausgenutzt. Die US-Behörde für Cybersicherheit (CISA) führt sie in ihrer Liste nachweislich ausgenutzter Schwachstellen.
  • FortiSIEM (CVE-2026-106173): Ebenfalls 9,8 Punkte. Ein Angreifer kann ohne Anmeldung Befehle auf dem System ausführen.
  • FortiClient EMS (CVE-2026-44277): Eine Lücke in der Zugriffskontrolle, deren Ausnutzung Fortinet bereits beobachtet hat. Die Cloud-Varianten FortiClient Cloud und FortiSASE sind laut Hersteller bereits abgesichert.

Wer eines dieser Produkte selbst betreibt, sollte nicht nur aktualisieren, sondern auch prüfen lassen, ob es Hinweise auf einen erfolgten Angriff gibt.

Was jetzt zu tun ist

Für die Geschäftsführung genügen fünf Schritte:

  1. Bestandsaufnahme: Welche Fortinet-Produkte setzt Ihr Unternehmen ein, und in welcher Version?
  2. Zuständigkeit klären: Wer spielt die Updates ein – Ihre IT, Ihr IT-Dienstleister oder der Anbieter, von dem Sie die Firewall gemietet haben?
  3. Aus dem Internet erreichbare Systeme zuerst aktualisieren lassen, allen voran die Firewall.
  4. Erreichte Version schriftlich bestätigen lassen.
  5. Bei FortiMail, FortiSIEM und FortiClient EMS zusätzlich prüfen lassen, ob es Spuren eines Angriffs gibt.

Wenn Netzware Ihre Fortinet-Geräte betreut: Die Updates wurden bzw. werden auf allen von uns betreuten Geräten aktiv eingespielt. Sie müssen dafür nichts beauftragen. Wenn Sie wissen möchten, wie der Stand bei Ihren Geräten ist, fragen Sie uns einfach.

Für Ihre IT-Verantwortlichen in Kurzform: Version mit get system status ermitteln, vor dem Update eine vollständige Sicherung der Konfiguration anlegen und den von Fortinet vorgegebenen Upgrade-Pfad beachten – bei größeren Versionssprüngen sind Zwischenschritte nötig. Nach dem Update Systemstatus, Hochverfügbarkeit (HA), VPN-Tunnel, Sicherheitsprofile und Protokolle kontrollieren.

Was ein Firewall-Update im Betrieb bedeutet

Ein Firmware-Update startet die Firewall neu. Ohne zweites Gerät im Verbund ist Ihr Unternehmen in dieser Zeit ohne Internet, VPN-Verbindungen von Außendienst und Homeoffice brechen ab. Das sollte geplant werden – idealerweise außerhalb der Geschäftszeiten und mit jemandem, der bei Problemen sofort eingreifen kann.

Bei einer kritischen Lücke in einem aus dem Internet erreichbaren Gerät gilt trotzdem: Ein kurzer, geplanter Ausfall am Abend ist das kleinere Risiko gegenüber einer Firewall, die wochenlang angreifbar bleibt. Eine aktuelle Sicherung der Konfiguration sorgt dafür, dass ein Rückweg möglich ist, falls nach dem Update etwas nicht wie erwartet läuft.

Warum solche Updates eine laufende Aufgabe sind

Die Updates vom Oktober sind kein Einzelfall. Hersteller von Sicherheitstechnik veröffentlichen regelmäßig Korrekturen, und gerade Firewalls stehen im Fokus von Angreifern, weil sie direkt aus dem Internet erreichbar sind. Eine Firewall ist deshalb kein Gerät, das man einmal einrichtet und dann vergisst.

Zu einer professionellen Firewall-Betreuung gehören eine aktuelle Übersicht über Geräte und Versionen, geplante Update-Fenster und ein Monitoring, das Ausfälle und Auffälligkeiten früh meldet. So wird aus „Sind wir betroffen?" eine Frage, die sich in Minuten beantworten lässt.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Muss ich meine FortiGate jetzt aktualisieren, obwohl es noch keine Details gibt?

Ja. Fortinet stuft die geschlossenen Probleme als kritisch bis hoch ein und empfiehlt ausdrücklich die zeitnahe Aktualisierung, besonders bei aus dem Internet erreichbaren Geräten. Sobald die Details am 10. November veröffentlicht werden, steigt das Risiko gezielter Angriffe. Auf den von Netzware betreuten Fortinet-Geräten werden die Updates bereits eingespielt; für alle anderen Unternehmen in Wien und Österreich übernehmen wir das Update gerne geplant und mit Rückweg.

Woran erkenne ich, ob mein Unternehmen Fortinet einsetzt?

Am einfachsten fragen Sie Ihre IT oder Ihren IT-Dienstleister. Häufig steht die Firewall im Serverraum oder Netzwerkschrank und trägt die Aufschrift FortiGate. Wer Produkte wie FortiMail oder FortiClient einsetzt, findet sie meist in den Rechnungen oder Wartungsverträgen. Wenn unklar ist, was bei Ihnen im Einsatz ist, verschafft eine IT-Bestandsaufnahme Klarheit.

Unterbricht das Update unsere Internetverbindung?

In den meisten Fällen ja, für die Dauer des Neustarts. Mit zwei Firewalls im Verbund (Hochverfügbarkeit) lässt sich die Unterbrechung meist vermeiden. Deshalb sollte das Update geplant und außerhalb der Geschäftszeiten eingespielt werden – so, wie Netzware es bei betreuten Firewalls handhabt.

Wir nutzen FortiMail 7.2. Was nun?

Für FortiMail 7.2 empfiehlt Fortinet die Umstellung auf Version 7.4 oder neuer. Weil die zugehörige Lücke bereits aktiv ausgenutzt wird, sollte die Umstellung rasch erfolgen und das System zusätzlich auf Spuren eines Angriffs geprüft werden. Netzware plant solche Umstellungen gemeinsam mit Ihnen.

Reicht ein aktuelles Update, wenn das System schon angegriffen wurde?

Nein. Ein Update schließt die Lücke, entfernt aber keine Zugänge, die ein Angreifer vorher eingerichtet hat. Bei Produkten mit bekannter aktiver Ausnutzung sollte daher nach dem Update geprüft werden, ob es unbekannte Konten, geänderte Einstellungen oder auffällige Zugriffe gibt. Bei begründetem Verdacht unterstützt ein IT-Sicherheitsdienstleister bei der Analyse.

IT-Sicherheit

Läuft Ihre Firewall auf dem aktuellen Stand?

Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, welche Fortinet-Systeme Sie einsetzen und welches Update nötig ist.

Wie können wir helfen?

Sagen Sie uns, worum es geht – wir melden uns bei Ihnen.